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Krisenverursacher & Gewinner

Seit dem Krisenjahr 2008 haben die Banken ihre Bilanzen immer weiter aufgebläht. Historisch niedrige Zinsen haben ihnen das ebenso möglich gemacht wie Fusionen und Übernahmen, die im Vergleich zur Vorkrisenzeit oft echte Schnäppchen waren.

 

Durch diese nahezu ungebremste Aufblähung sind die Großbanken rund um den Globus noch »systemrelevanter« geworden. Und mit Hilfe der mächtigsten Lobby der Welt – der Finanzlobby – haben sie sich äußerst erfolgreich gegen alle wirklich tiefgreifenden Reformen gewehrt.

 

Uns Bürgern wird gebetsmühlenartig gedroht, dass deutlich höhere Rücklagen zu einer reduzierten Vergabe von Krediten an die Realwirtschaft führen müssen. Und dass dies natürlich das Wachstum abwürgen, Arbeitsplätze und Wohlstand vernichten, eine erst recht schlimme Krise heraufbeschwören würde. Diese Drohungen haben gewirkt.

 

Rettung für alles Gold der Welt

 

5,1 Billionen Euro! Diese gigantische Summe haben europäische Finanzinstitute von 2008 bis 2012 laut EU-Kommission zur Rettung erhalten. Damit könnte man bequem über zehn Jahre lang den deutschen Staatshaushalt finanzieren.
Man könnte fünfmal den kompletten Dax, also alle Aktien von Allianz bis Volkswagen, aufkaufen. Oder alles Gold der Welt! Und man hätte dann immer noch ein stattliches Sümmchen übrig.

 

Ein Wirrwarr aus Gesetzen, Reformen und Maßnahmen mit unglaublich komplizierten Namen wie Basel III, ESM, Solvency II, Bankenaufsicht, EFSM, Stresstest, Bankenunion wurde in den Raum geworfen und in Gremien sowie auf immer neuen Krisengipfeln ausbuchstabiert. Selbst manche Experten blickten am Ende nicht mehr durch, was tatsächlich beschlossen, was nur besprochen wurde – und was reine Luftblasen der Konferenzrhetorik waren.

 

Die zahnlose Bankenaufsicht

 

Bei genauerem Hinsehen sind viele der gefassten Beschlüsse so wirkungslos, wie deren Verkündung lautstark war. So wurde die Einhaltung der Eigenkapitalregeln von Basel III nicht nur auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Man kann nur beten, dass es bis 2019 keine weiteren Krisen gibt!

 

Unverständlicherweise wurde den Banken zudem erlaubt, genau jene Papiere in ihre Liquiditätspuffer einzubauen, die die Krise von 2008 gerade verursacht hatten: Anleihen mit schlechter Bewertung, Aktien bis hinunter zu engen Nebenmarktwerten und – man glaubt seinen Ohren nicht zu trauen – Hypothekenanleihen! Was die Qualität der Risikovorsorge anbetrifft, wurden die Regeln also nicht etwa verschärft, sondern nahezu bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht.

 

Das soll ein Mensch verstehen! Bankenaufseher kritisieren zu Recht, dass Staatsanleihen von Ländern, die an den Börsen offiziell als »Ramsch« gehandelt werden, hier nun plötzlich als risikolos bewertet werden. Das ist in etwa so, als würden Sie sich ein uraltes, kaputtes Handy auf dem Flohmarkt kaufen, ein kleines Äpfelchen draufkleben und behaupten, das sei das allerneueste iPhone. Und dann verlangen sie für ihren Elektromüll 500 Euro! Angesichts der prekären Risiken vieler Banken sind solche Taschenspielertricks schlicht ein Skandal.

Wer hat die Größten?

 

Fünf Jahre nach der Mutter aller Bankenpleiten wächst die Sehnsucht der Finanzindustrie, die Krise endlich hinter sich zu lassen. Auf einer Tagung in Frankfurt im September 2013 schmiedeten die Bankenchefs denn auch schon wieder Pläne, wie sie weiter am großen Rad drehen können. Federico Ghizzoni, Chef der Mailänder Großbank Unicredit, erklärte explizit, die verrufene Regel »too big to fail« dürfe »kein Tabu« sein.

 

Der Mann vertritt unerschütterlich die Meinung, dass Größe im Bankgeschäft wichtiger denn je sei. Damit ignoriert er eine der zentralen Lehren aus der Krise: dass zu große Banken eine immense Gefahr für Wirtschaft und Gesellschaft darstellen.

 

Denn sie können Staaten quasi in Geiselhaft nehmen. Bürgschaften und »Rettungspakete« gelten großen Instituten als Freibriefe für das Management, horrende Risiken einzugehen. Risiken, die die Bank selbst im Leben nicht tragen könnte.

 

Was auch in Zukunft noch geschieht, die Krisenverursacher werden die Krisengewinner sein. Der kleine Sparer mit seiner Lebensversicherung oder seinem Bausparvertrag sind nicht »systemrelevant« und werden garantiert nicht gerettet, wenn der große Crash kommt und der Resetschalter gedrückt wird. Im Gegenteil, wie man derzeit im Krisenland Griechenland sehen kann, ist selbst das Guthaben auf der Bank alles andere als sicher und vor staatlichen Zugriff geschützt.

 

Die Zeiten sind stürmisch. Höchste Zeit einen sicheren Unterschlupf zu suchen und seine Schäfchen ins Trockene zu bekommen. Lassen Sie uns dabei helfen. Wir von der Deutsche Treusorge Fonds GmbH beraten Sie gerne und zeigen Ihnen Möglichkeiten wie auch Sie zum Krisengewinner werden.

 

JETZT MEHR ERFAHREN!